Wir wandern aus

Veröffentlicht am 21. Juli 2026 um 07:00

Wow, ich hätte das nie von mir selbst gedacht, denn ich hatte lange und überall Heimweh. 
Kein Wunder, denn ich war ja nicht mal in mir selbst angekommen- wie sollte ich mich da im Aussen irgendwo Zuhause fühlen?

Das ganze Thema Auswandern hat vor zwei Jahren angefangen. Irgendwie kamen Christoph und ich auf die Idee, ein Ferienhaus zu kaufen, das sich noch auf dem selben Spaziergang zu einem Dauerwohnsitz entpuppte. Also haben wir angefangen zu suchen, zu träumen und die Sprache zu lernen.
Zu diesem Zeitpunkt waren wir noch nie in diesem Land. Und Christoph konnte sich lange nicht einmal vorstellen, im Norden Ferien zu machen.

Wie kamen wir also darauf, in den Norden zu ziehen?
Vor 6 Jahren sind wir nach Düdingen gezogen. Ein Haus am Ende einer Strasse und danach kommen Wald und Wiese. Auf unseren täglichen Spaziergängen sind uns viele Wildkräuter begegnet, die wir unbedingt kennenlernen wollten. So kamen wir schnell zu den Jahreskreisfesten und zu den nordischen Bräuchen und Festen. Mittelaltermärkte besuchten wir voller Freude und Staunen und fühlten uns sogar einbisschen zu Hause und viel näher bei uns.

Unsere ersten Ferien im Norden
Ich weiss noch, dass ich im Flugzeug geweint habe, weil ich mich so sehr freute, "nach Hause" zu fliegen. Es fühlte sich einfach richtig an.
Die Natur, die Menschen, die Sprache, das kleine Ferienhäuschen.. einfach Resonanz pur, denn ich fühlte, dass das einen Teil in mir angesprochen hatte, der lange unter vielen Schichten versteckt war. Dann wurde es plötzlich sehr düster..
Viele Ängste und ein sehr traumatisches "früheres" Leben holten mich ein und ich wollte alles andere als auswandern. Mein Verstand hat sich komplett vom Land abgewendet. Ich brauchte Zeit, um zu erkennen, wahrzunehmen, Tränen fliessen zu lassen und zu transformieren. 
Für mich war diese Erinnerung sehr krass und für Christoph war es alles andere als leicht, dass ich den Traum für eine Weile aufgab.

Mit neuen Mut ging die Suche dann weiter. 
Uns beiden begegneten viele alte und destruktive Glaubenssätze, die wir mal leichter und mal weniger leicht und mit sehr vielen Gefühlen und Tränen annahmen und transformierten. Uns, unseren Werten und unserem wahren Sein kamen wir immer näher.

Unser Ziel: Vara Hemma- zu Hause sein, in Schweden
Unser Zuhause, ein richtiges Zuhause, an dem wir endlich ankommen.
Wir haben Pläne gezeichnet, weiter gelernt, manifestiert und waren immer wieder erstaunt, wieviele Resonanzen sich zeigten. Ich war auf metaphysischen Reisen so oft beim Haus.
Unsere Söhne bekamen Zeichnungen von Freunden, in den Farben Gelb und Blau und auch sonst begegneten uns ständig diese Farben der schwedischen Flagge oder Menschen, die eine Verbindung zu Schweden haben.
Es soll also wirklich Schweden sein.

Die zweiten Ferien waren angenehmer für mich- nicht aber für Christoph. Mir zeigte sich ganz klar mein eigener Wert und ich konnte viel daran arbeiten. 

In diesen zwei Jahren, in denen wir uns zu unserem Haus hinentwickelt haben, hat sich uns so viel offenbart. Wir haben so viel losgelassen, weil wir endlich nicht nur auf unsere Herzen hörten, sondern weil wir ihnen vertrauten und ihnen folgten.
Uns selbst sind wir so viel näher- frei von Modeerscheinungen, Meinungen, Begrenzungen und so weiter.

Ich habe durch Schweden die Qualitäten in mir selbst entdeckt, die ich so lange vergessen hatte oder überdecken "musste". Nicht Schweden hat mir etwas gegeben, das vorher nicht da war. Schweden hat mich an etwas erinnert das längst in mir war: an meine Freiheit, meine Natürlichkeit, an meine Ruhe und Eigenständigkeit. An die Version von mir, die unter all den Schichten von Schuld, Angst und Anpassung noch existierte und genau deshalb kamen die alten Themen hoch. Diese zwei Jahre waren alles andere als leicht. Aber ich bin zutiefst dankbar, dass ich selbst und wir als Paar und Familie all das so wunderglaublich gemeistert haben.

Das Haus
Wir haben genau ein Haus besichtigt- unser Zuhause.

Eines Morgens erzählte mir Christoph, dass er in der Nacht aufwachte und nicht mehr einschlafen konnte. Und laut dem Buch "Time Bender", das er grad las, sei 4 Uhr perfekt für Meditationen. Er schlief wieder ein und fand am nächsten Morgen ein Haus, das ihm nicht ganz passend erschien. Ich sagte: "Also wenn DIR Time Bender (eines meiner Lieblingsbücher) einfällt und du dadurch das Haus findest, will ich es sehen."

Zusammen angeschaut, Gebot abgegeben, gewartet- nur für den Verstand, denn für das Herz war es direkt DAS Zuhause, zwei Wochen später die Zusage bekommen und den Vertrag unterschrieben. 

Wir sind wunderglaublich Dankbar für die Führung, unsere Herzenergien und unseren Verstand, der gleichzeitig mutig war für all die Transformation und Veränderung und für das Lernen und Planen.

Unsere Söhne sind voll dabei und dürfen bei einer schwedischen Familie (die erst ein paar Monate hier wohnt) die Sprache lernen. Was für eine geniale Abmachung auf Seelenebene ist das denn?! Geht noch mehr Resonanz? 

Wenn ich zurück denke, bin ich einfach nur dankbar für alle kleinen und grossen Resonanzen, die sich zeigten- wunderglaublich und nicht in Worte zu fassen. 

Und das ist es, unser Haus in Schweden. Auf einer riesigen Wiese, umgeben von Wald und ganz in der Nähe das Meer und ein See. Ich bin zutiefst berührt und dankbar, dass wir all das gefunden haben und an diesem wundervollen Ort endlich leben dürfen.
Und dass wir Platz für unsere Seelenfreunde haben, gibt es genügned Platz und Ferienhäuser. Ein weiteres Gebäude werden wir zu einem gemütlichen Treffpunkt, Seminarraum, Yogaraum...umgestalten.

Ich bin so gespannt auf alles, was sich noch offenbaren wird und einfach dankbar.
Auch Christoph und unseren Söhnen, denn auch ihnen begegnen Themen, die wir anschauen und transformieren dürfen. 

Schweden ist keine Flucht. Schweden ist das Ergebnis unserer Transformation und Arbeit an uns selbst. Das passende Feld für unser Jetzt. Noch nie war ich so fest in mir selbst Zuhause und angekommen wie jetzt.

Ja, es sind einige Egoschichte gestorben, es war berührend, traurig, befreiend. Es war die grösste Liebe, die wir uns selbst gegeben haben.

Eine Weile sah ich immer wieder flashbacks an alles hier. Viele Erinnerungen kamen hoch. Es war Zeit, um zu verarbeiten, loszulassen und frei weiterzugehen. Mutig, kraftvoll und mit der Zeit, die all die Gefühle benötigen (mehr dazu im nächsten Blog).

In Dankbarkeit für all die Erlebnisse hier,
Ramona